Ich sitze hier, der Tag neigt sich dem Ende zu und überall im Wohnzimmer liegen die Spuren eines langen, glücklichen Tages: Bauklötze, die ein halbes Schloss darstellen, eine Decke, unter der sich gerade noch ein Höhlen-Abenteuer abgespielt hat, und überall kleine Puzzleteile. Früher hätte mich dieser Anblick in Panik versetzt. Ich hätte alles stehen und liegen gelassen, um das Chaos zu beseitigen. Aber heute? Heute sehe ich das anders.
Als Mama und mit über 15 Jahren Erfahrung als Erzieherin weiß ich: Unser Alltag ist vollgepackt. Voll mit Terminen, Hausarbeit, Job und dem ständigen Gefühl, allem und jedem gerecht werden zu müssen. Und dann ist da dieses leise, aber hartnäckige Gefühl, nicht genug zu sein. Nicht als Mama, nicht als Partnerin, nicht als Haushaltsmanagerin.
Aber ich habe gelernt, dass wir unsere Prioritäten neu sortieren müssen. Nicht nach der Länge der To-do-Liste, sondern nach den Dingen, die wirklich zählen.